Einbau eines herausnehmbaren Travellers im Cockpit unserer Grinde

 

Wir haben unsere Grinde fast 20 Jahre. Nachdem wir lange ohne Sprayhood gesegelt sind,

entschlossen wir uns doch eines Tages, ein Sprayhood zu installieren. Viele Sprayhoods, die

ich mir ansah, gefielen mir aus folgenden Gründen nicht. Sie waren teilweise zu weit nach

hinten installiert, was das kurze Achterschiff noch kürzer erscheinen ließ und die großen Hauptwinschen wurden unter dem Sprayhood belassen, was die Bedienung erheblich erschwerte. Ich habe lange überlegt, wie ich es mache und ob ich die doch recht umfang-

reichen Arbeiten machen sollte. Heute bin ich froh, dass ich es gemacht habe, da das Boot

neben dem optisch m.E. schönen Sprayhood auch an Bedienbarkeit gewonnen hat.

 

               

Folgende Arbeiten sind gemacht worden:

 

-          Der alte Traveller wurde abgenommen und ein Teakholzstück ersatzweise installiert.

-          Die Hauptwinschen wurden vom Dach aufs Laufdeck vor die Spi-Winschen gesetzt.

-          An Stelle der Hauptwinschen wurden Fallwinschen aufs Dach gesetzt.

-          Zusätzlich wurden zwei weitere Winschen für Reff- und sonstige Leinen installiert.

-          Die Winschen vom Mast wurden entfernt und alle Leinen ins Cockpit geführt.

-          Zuletzt wurde ein herausnehmbarer Traveller installiert.

( Dies hat den Vorteil, dass man im Hafen ein freies Cockpit zur Verfügung hat)

 

Winschen für Reffleinen usw.

 

Fallwinschen

 

    

  

 

                                                     Spi- Winschen

                                                                              Hauptwinschen

Der Einbau des Travellers wurde versenkt vorgenommen, d.h. er wurde in die Sitzgrätings

eingelassen, damit man auch beim Segeln auf den Cockpit-Bänken liegen kann.

 

Außerdem wurde der Einbauort so gewählt, dass vor dem Traveller jeweils eine und hinter

dem Traveller jeweils zwei Personen sitzen können.

 

 

 

 

 

Die Herausnehmbarkeit des Travellers wurde folgendermaßen realisiert.

 

 

Ein Stück Genuaschiene wurde im Cockpit montiert.

 

 

                                         Ein Schotwagen wurde mit einem Niro-Beschlag verbunden.

 

 

Die Schraube eines Bürostuhls wurde als zusätzliche Fixierung verwendet.

 

 

 

Zusätzlich wurde ein Niro-Beschlag mit dem Schiff mittels einer 8 mm Schraube verbunden.

 

Dieser Niro-Beschlag einhält zwei Gewindebohrungen im Abstand der Bohrungen der

Traveller-Schiene.

 

Bei Starkwind und weit nach Lee gesetztem Schotwagen kann der Traveller zusätzlich mit zwei Niro-Schrauben gesichert werden.

 

 

Zum Schluss noch einmal das Cockpit mit eingesetztem Traveller segelfertig.

 

Die Anordnung hat sich in vielen Regatten bewährt, da der Mann am Rohr auch das Großsegel und den Traveller direkt bedienen kann. Sogar die Genuaschot ist  in seiner Nähe. Auch fürs Einhandsegeln ist diese Anordnung zu empfehlen.

 

Was man sich einhandelt, ist ein geteiltes Cockpit. Will man beim Segeln nach unten, muss man immer über den Traveller steigen. Aber so ist es ja immer im Leben.

 

                                 Jedes Ding hat seine zwei Seiten.

 

Jürgen Döscher

  Eckernförde 

  SY Tümmler