NOMEN-Klampe für die Grinde

Erfahrungsbericht von Uwe Gräfer

  

Ausgangslage

Klampen dienen bekanntlich der Befestigung von Tauwerk. So auch die  zentrale Vorschiffsklampe und die beiden Heckklampen auf der Grinde. Manchmal tritt dieser Bestimmungszweck leider höchst unfreiwillig ein, wenn man es gerade gar nicht gebrauchen kann. So vertörnen sich z.B. mit Vorliebe die Spi- oder Blisterschoten und der Spibaumniederholer an der Klampe. Eine weiteres Risiko ist die Stolper- und Verletzungsgefahr bei einem an so prominenter Stelle montierten Beschlag.

Ein weiterer Grund über die „Klampenfrage“ nachzudenken entstand, weil die Serienklampe bei ordentlichen Tauwerksdurchmessern schnell mal an ihre Kapazitätsgrenze kommt, wenn mehrere Festmacher belegt werden müssen. Hier war zunächst überlegt worden, zwei Klampen seitlich zu montieren um mehr Belegmöglichkeiten zu haben. Gegen zwei Klampen spricht aber, dass dann in Decksmitte zwei Löcher zurückbleiben, die man wohl nicht unsichtbar machen kann. Und für drei Klampen ist dann doch nicht genug Platz auf dem Vorschiff!

Die Lösung

Schon lange gibt es völlig versenkbare Klampen, die fast bündig im Deck verschwinden können und nur bei Bedarf herausgezogen werden. Theoretisch ideal, aber in der Praxis mit zahlreichen Nachteilen behaftet. Der Einbau ist aufwendig, weil ein Kasten mit Drainage in das Deck eingelassen werden muss. Hier fängt sich gerne mal Dreck und die Dichtigkeit soll auch nicht immer gegeben sein. Außerdem kann es zu Geräuschen kommen, wenn das unvermeidbare Spiel in der Konstruktion bei Lastwechseln zu arbeiten beginnt. Das Deck wirkt dann wie ein großer Resonanzboden.

Da uns unser Schlaf im Vorschiff heilig ist, suchten wir nach einer  anderen Lösung und fanden sie in der NOMEN-Klampe. Hier werden die beiden völlig spielfrei montierten Klampenarme bei Nichtgebrauch heruntergeklappt, so dass sich keine Leinen und Zehen dahinter verfangen können. Ein schamhaftes Versinken im Deck hat dieses Produkt wegen der äußerst formschönen und hochwertigen Gestaltung auch gar nicht nötig!

Detaillierte Informationen findet man auf der homepage des Herstellers: http://www.nomenproducts.de/de

Wir wählten die Klampe mit einer Länge von 250 mm, weil dies genau der Originalklampe entspricht. Die NOMEN-Klampe hat jedoch breitere Arme und ist im ausgefahrenen Zustand etwas höher, so dass deutlich mehr Tauwerk untergebracht werden kann.

Es gibt noch eine kleinere Ausführung in 200 mm, die sich ausgezeichnet als Springklampe für die Montage mittschiffs eignen würde, für das Vorschiff erscheint sie mir aber zu zierlich.

 

Die Montage

Die Befestigung der NOMEN-Klampe ist denkbar einfach, weil die Klampe logisch aufgebaut ist und der Hersteller eine sehr gut verständliche Anleitung mitliefert, so dass ich mich hier auf die Grinde-Spezifika beschränken kann.

Zunächst entfernt man die alte Grinde-Klampe durch Lösen der zwei Schrauben von unten. Die beiden Bohrlöcher sollte man nach einer Säuberung mittels Bohrer und dem Entfernen alter Dichtungsreste mit Epoxydharz verfüllen. Wenn das Harz durchgehärtet ist, kann es losgehen.

Das vordere „Originalloch“ der Grindeklampe (in Fahrtrichtung) kann das vordere Loch für die Nomen-Klampe werden. Mit einem 10mm Bohrer wird das alte Loch aufgebohrt. Dann die Klampe gemäß Montageanleitung zerlegen, was genial einfach geht! Eine Maschinenschraube mit Inbuskopf und 40mm Länge (gehört nicht zum Lieferumfang, also vorher besorgen!) durch die Grundplatte stecken und die Klampe endgültig ausrichten. Die beiden anderen Löcher durchbohren. Deck neben der Klampe mit Kreppband abkleben, damit eventuell austretende Dichtmasse nicht danebengeht.

Wegen der Haltbarkeit braucht man sich übrigens keine Gedanken machen. Die Klampe selber ist getestet und überlebte bei einem Zugversuch unter Aufsicht des Germanischen Lloyd das verwendete Tauwerk ohne Blessuren. Die Aufstandsfläche auf Deck ist bedeutend größer als bei der Originalklampe und wird durch die dauerelastische Masse flächig mit dem Deck verklebt. Es werden drei Bolzen zu je 10 mm eingesetzt, während die Werftklampe mit 2 Bolzen zu 8 mm auskommen muss.

Im Ergebnis ist die Montage in einer Stunde bequem zu bewerkstelligen und der Lohn ist eine deutliche Verbesserung in Funktion und Form! Wir sind jedenfalls echt begeistert von der edlen Optik, die das Vorschiff der Grinde zu einem Blickfang macht. Besonders in geschlossenem Zustand passt der sanfte Bogen der Klampe bestens zum wohl gerundeten Grinde-Aufbau.

Eine Montageanleitung des Herstellers gibt’s hier:

http://www.nomenproducts.de/de/klampe/details.shtml

Die alten Heckklampen werden wir übrigens belassen, weil der Platz dort sehr beschränkt ist und der Nutzen der Klappklampe an dieser Stelle nicht ausgespielt werden kann. Über Nomen-Springklampen denken wir aber intensiv nach, weil gerade mittschiffs eine starre Klampe ihre Nachteile bestens unter Beweis stellt.

Uwe Gräfer

Grinde „Ella“