Schwachstellen der Grinde

          

 

 

 

 

 

 

aus der Baadnyt vom März 1999, ergänzt durch eigene Erfahrungen

 

  

Das Ruder kann bei einzelnen Booten undicht und damit wassergefüllt sein. Es besteht dann das Risiko von Frostsprüngen. Wenn das Boot im Wasser ist, sollte man probieren, das Ruder ein wenig nach unten zu drücken. Kann man das Ruder nach unten drücken und ist ein wenig Spiel im Ruderbeschlag, ist alles in Ordnung. Das Ruder schwimmt oben im Beschlag. Falls das Ruder sich nicht drücken, aber stattdessen heben lässt, ist Wasser im Ruder. An Land ist es schwer zu überprüfen, ob das Ruder innen trocken ist. Wenn man ein Boot vor dem Kauf nicht im Wasser testen kann, sollte man einen Vorbehalt in den Kaufvertrag schreiben.                                                                                                            

Eine Entwässerung des Ruders kann folgendermaßen vorgenommen werden. Dies geschieht auf eigene Gefahr es kann keine Garantie für das Gelingen gegeben werden. Zunächst wird das Ruder ausgebaut, wie in der Rubrik Ruderverlängerung beschrieben. Anschließend werden jeweils an den gegenüber liegenden Seiten des Ruders von ganz unten bis zur Wasserlinie mehrere Löcher gebohrt. Bei einem schweren Schaden läuft jetzt bereits von allein Wasser unten heraus. Das Ruder wird danach gewogen. Jetzt kommt das Ruder für mehrere Stunden in die Sauna. Wichtig !!! Die Temperatur darf nur sehr langsam gesteigert werden. Zunächst mit kleinster Temperatur beginnen (20-30 °C). Die Temperatur jeweils nach einigen Stunden um 10 °C erhöhen. Achtung: nicht über 70 °C erhitzen, da sonst das Laminat aufplatzt (Druckausdehnung des Schaumkerns).  Das Wasser verdunstet jetzt und entweicht langsam durch die Bohrungen. Nun ist es Zeit, das Ruder noch einmal zu wiegen. Bei einem erkennbaren Gewichtsverlust dürfte das Ruder jetzt trocken genug sein. Die Löcher können jetzt mit Epoxid verschlossen werden. Jetzt bitte nicht vergessen die Ursache des Wassereinbruchs zu lokalisieren und ebenfalls zu verschließen. Meist dringt das Wasser unten an der Verklebung der Ruderachse ein.                                                                                   

Unser Tipp: Wenn Wasser im Ruder ist, gleich die Ruderverlängerung in Auftrag geben und das Wasser dabei professionell entfernen lassen. Eine hervorragende Firma in der Nähe von Kiel kann von uns vermittelt werden.

Die Original Seetoilette der Grinde ist aus Aluminium und einige davon korrodieren am oberen Rand. Das bedeutet, dass der Deckel nicht mehr luftdicht verschlossen werden kann und die Toilette so nicht mehr richtig funktioniert. Sie muss ausgetauscht werden.

Die Herstellerfirma LAVAC hat das Problem schon früh erkannt und produziert seitdem nur noch Becken aus Porzellan. Eine neue Toilette von LAVAC kostet bei SVB im Versand 598,- DM (2001) incl. neuer Pumpe. Die Verschraubung ist leider geändert worden. Es lässt sich jedoch mittels eines Teakbrettes schnell ein Adapter für den Sockel herstellen.

Wegen ihres speziellen Finnenkiels sollte die Grinde an Land am besten in eine spezielle Kielhalterung gestellt werden. Auf jeden Fall muss der Kiel vorne sehr gut abgepallt werden und gegen Verschieben nach hinten gesichert werden. Die Grinde liegt ansonsten sehr vorlastig, da der Aufsatzpunkt des Kiels sehr weit hinten liegt. Im Bereich der vorderen Stützen kann der Rumpf im schlimmsten Fall eindrücken. Die Kielhalterung gibt es für ca. 3000 Dkr. beim Schmied in Saunte bei Helsingör

Die Korkverkleidung im Salon und Vorschiff kann durch schlechte Pflege hässlich werden. Mit Chlorreinigern kann sie wieder gereinigt werden. Achtung: Textilien abdecken oder entfernen sonst können sie auch ausgeblichen werden

Haarrisse an den Ecken des Travellers auf dem Kajütdach und an der hinteren 
Kajütwand sind rein kosmetisch und können vernachlässigt werden. 
Zum Verschließen eignet sich besonders Capt. Tolley´s Dichtmittel, das durch Kapillarwirkung in die Risse eindringt und sie transparent verschließt (im SVB-Versand 2001 für 16,80 DM )

An Land kann es so aussehen, als ob der Kiel 1 cm aus seinem Sitz gerutscht 
ist, aber es fehlt nur etwas Spachtelmasse (z.B. nach einer Grundberührung),es 
bedeutet nichts.
Unter den Bodenbrettern vor der Pantry dürfen im Rumpf keine Haarrisse zu sehen sein. Sollte dies der Fall sein, ist unbedingt ein Bootsbauer um Rat zu fragen.